Robotec & Packing

Ringwickler oder Dreharmwickler: Welches System wählen?

14. September 2026

Vergleich zwischen einem automatischen Ringwickler und einem Dreharmwickler

Wenn sich eine Ladung während des Wickelvorgangs nicht drehen darf, kommen zwei automatische Lösungen infrage: der Dreharmwickler und der Ringwickler. Bei beiden Systemen bleibt die Palette stehen, während die Folienapplikation um das Produkt geführt wird.

Der wesentliche Unterschied liegt daher nicht in der Bewegung der Ladung, sondern in der Maschinenarchitektur, der erforderlichen Leistung, der Betriebsintensität und der erwarteten Effizienz der Endverpackungslinie.

Zwei Wickelverfahren ohne Drehung der Palette

Bei einem automatischen Dreharmwickler dreht sich ein motorisierter Arm um die Ladung. Der Folienschlitten bringt die Folie in der programmierten Höhe und Überlappung auf.

Bei einem automatischen Ringwickler trägt der Ring das Folienapplikationssystem, rotiert um die Palette und bewegt sich, um das Wickelmuster auszuführen.

Beide Technologien vermeiden die Beschleunigung der Ladung auf einem Drehteller. Sie eignen sich deshalb grundsätzlich für hohe, schwere oder verformbare Paletten sowie für Ladungen mit geringer Lagenstabilität.

Unterschiede zwischen Ring- und Dreharmwickler

Kriterium Dreharm Ring
Bewegung der Ladung Die Palette bleibt stehen Die Palette bleibt stehen
Rotierendes Element Arm mit Folienschlitten Ring mit Folienapplikation
Leistung der Robotec-Konfiguration Bis zu 80 Paletten/Stunde Bis zu 100 Paletten/Stunde
Betriebsprofil Flexible Automatisierung und anspruchsvolle Produktion Kontinuierliche Produktion und hohe Leistung
Schwerpunkt des Projekts Anpassung an Ladung und Prozess Leistung, Kontinuität und Verfügbarkeit
Verfügbare Vordehnung Bis zu 300 % Bis zu 300 %
Integration Fördertechnik und automatische Endverpackung Fördertechnik und automatische Hochleistungsanlagen

Diese Leistungen beziehen sich auf die aktuellen Konfigurationen von Robotec Packing. Die tatsächlich erreichbare Leistung hängt außerdem von Palettenhöhe, Anzahl der Wicklungen, programmierten Verstärkungen, Ein- und Auslauf der Ladung sowie den vor- und nachgelagerten Anlagen ab.

Wann ist ein Dreharmwickler sinnvoll?

Der Dreharm eignet sich, wenn die Ladung stehen bleiben muss und die geplante Produktion nicht unmittelbar eine Ringlösung erfordert. Er ist nicht auf niedrige Leistungen beschränkt: Die Robotec-Konfiguration erreicht bis zu 80 Paletten pro Stunde und ist für den intensiven Industrieeinsatz ausgelegt.

Er sollte insbesondere geprüft werden, wenn:

  • Die Paletten schwer, hoch, unregelmäßig oder wenig stabil sind.
  • Eine Drehung Produkte verschieben oder die Ladeeinheit verformen könnte.
  • Der Wickelvorgang mit einstellbaren Programmen, Klemmen, Schneiden und Verschweißen automatisiert werden soll.
  • Die Leistung des Dreharms die benötigte Kapazität mit ausreichender Reserve abdeckt.

Wann ist ein Ringwickler sinnvoll?

Der Ring ist für Linien vorgesehen, in denen der Wickler mit einer kontinuierlichen Produktion Schritt halten muss und bereits ein kleiner Unterschied in der Zykluszeit die gesamte Endverpackung begrenzen kann. Die Robotec-Konfiguration erreicht bis zu 100 Paletten pro Stunde.

Dieses System ist besonders interessant, wenn:

  • Die Linie über längere Zeit mit hoher Leistung arbeitet.
  • Der Wickler zum Engpass der Anlage werden könnte.
  • Schnelle, mit der automatischen Fördertechnik koordinierte Zyklen wichtig sind.
  • Die Maschinenverfügbarkeit die Produktion unmittelbar beeinflusst.

Versteht man unter Robustheit die Fähigkeit, viele Zyklen stabil und kontinuierlich auszuführen, bietet der Ring eine besonders auf intensive Produktion ausgelegte Architektur. Die ausgewogene rotierende Baugruppe und das vereinfachte Konzept sollen Verschleiß und Wartungsaufwand reduzieren. Das macht den Dreharm nicht zu einer empfindlichen Lösung: Auch er ist industriell ausgeführt, deckt innerhalb der Baureihe jedoch einen anderen Leistungsbereich ab.

Effizienz bedeutet mehr als Geschwindigkeit

Beide Lösungen können mit einer Folienvordehnung von bis zu 300 % arbeiten. Der tatsächliche Verbrauch hängt von der Ladungsgeometrie, der Anzahl der Wicklungen und Verstärkungen, der Rückhaltekraft sowie den Folieneigenschaften ab. Es wäre deshalb nicht richtig, einer Technologie grundsätzlich einen geringeren Folienverbrauch zuzuschreiben.

In einer Hochleistungslinie kann der Ring dank seiner Kapazität und Kontinuität die Gesamteffizienz erhöhen. In einer anderen Anwendung kann der Dreharm die benötigte Leistung mit einer passender dimensionierten Lösung liefern. Effizienz muss für den gesamten Prozess bewertet werden, nicht nur anhand von Paletten pro Stunde oder Gramm Folie.

Welche Daten benötigt die Projektierung?

Vor der Auswahl sollten folgende Angaben vorliegen:

  • Abmessungen, Gewicht, Höhe und Stabilität der Ladung.
  • Aktuelle Leistung, Zielkapazität und geplantes Wachstum.
  • Betriebsstunden und Produktionsschichten.
  • Wickelmuster, erforderlicher Schutz und verwendete Folie.
  • Angeschlossene Anlagen, verfügbarer Platz und Wartungsbereiche.

Mit diesen Daten lassen sich die reale Zykluszeit, die verfügbare Leistungsreserve und die Integration der Maschine in die Endverpackungslinie bestimmen.

Häufig gestellte Fragen

Dreht ein Ringwickler die Palette?

Nein. Die Palette bleibt stehen, während der Ring und das Folienapplikationssystem die Folie um die Ladung führen.

Welches System eignet sich besser für instabile Ladungen?

Beide vermeiden eine Drehung der Ladung. Die Entscheidung hängt vor allem von Leistung, Wickelmuster, Betriebsintensität und der Einbindung in die übrige Linie ab.

Ab welcher Leistung sollte ein Ringwickler geprüft werden?

Einen allgemeingültigen Grenzwert gibt es nicht. Die reale Zykluszeit muss mit ausreichender Reserve gegenüber der Zielkapazität berechnet werden. Im Robotec-Programm erreicht der Dreharm bis zu 80 und der Ring bis zu 100 Paletten pro Stunde.

Welcher Wickler verbraucht weniger Folie?

Das hängt von Ladung, Wickelmuster und Folienregelung ab. Beide Konfigurationen ermöglichen bis zu 300 % Vordehnung. Der Verbrauch muss deshalb mit dem tatsächlichen Wickelprogramm verglichen werden.

Die Entscheidung richtet sich nach Ladung und Produktion

Dreharm und Ring erfüllen dieselbe Grundanforderung: eine Palette wickeln, ohne sie zu drehen. Der Dreharm bietet eine flexible Lösung für anspruchsvolle Automatisierungen; der Ring erhöht Kapazität, Kontinuität und Verfügbarkeit bei höheren Produktionsleistungen.

Robotec Packing plant und integriert beide Technologien in automatische Palettenwickellinien. Senden Sie uns Formate, Gewichte, benötigte Leistung, Wickelmuster und Betriebsstunden, damit unser Team die Alternativen vergleichen und die passende Lösung bestimmen kann. Kontaktieren Sie unsere Projektierung.

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